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Change Management

Die Change Formel

Veränderungen Managen, funktioniert das?

Häufig wird das Wort „managen“ mit der Erwartung verknüpft, dass wir die Kontrolle haben. Das ist leider nicht so! Allerdings können Sie als Unternehmen oder auch als Führungskraft eine Menge richtige Schritte unternehmen, um für den Veränderungsprozess positive Rahmenbedingungen zu schaffen.

Die Change Formel

 

Es gibt sogar eine sogenannte Change-Formel, die Ihnen einen guten ersten Überblick verschafft, was es alles braucht, damit Veränderung gelingt:

C = A x B x D > X

Lassen Sie uns als erstes verstehen, wie sich die Formel zusammensetzt:

C steht für Change, d.h. die Veränderung, die erreicht werden soll

A steht für den Grad der Unzufriedenheit mit dem aktuellen Stand / der aktuellen Situation

B vertritt in der Formel die Vision der Veränderung und vor allem wie klar die Vision / das Zukunftsbild für die Betroffenen ist

D steht für die Schritte, die unternommen werden müssen, um die Veränderung zu erreichen

X steht für die erwarteten (individuell wahrgenommenen) Kosten für die Veränderung; diese können materiell und berechenbar sein oder auch emotional und dadurch schwierig greifbar sein

 

Veränderung beginnt mit Unzufriedenheit

 

Um eine Veränderung zu erreichen – privat wie beruflich – müssen Sie oder auch Ihre Mitarbeiter mit der aktuellen Situation erst einmal im gewissen Maße unzufrieden sein. Ansonsten wird es schwierig, sich selbst oder auch die Mitarbeiter zu überzeugen, dass die Veränderung überhaupt notwendig ist. Darüber hinaus müssen Sie in der Lage sein, ein klares Zukunftsbild zu beschreiben. Nur so ist klar, was Sie mit der Veränderung überhaupt erreichen wollen. Mit diesem Bild vor Augen gilt es nun, (mindestens) die ersten Schritte zu identifizieren, um dieses erreichen zu können. All diese Faktoren – A, B, D – müssen dann noch größer (= attraktiver, bedeutender) sein als die Kosten der Veränderung. Hierbei geht es nicht rein um die materiellen Kosten, welche sogar nachvollziehbar berechnet werden können, sondern vielmehr um emotionale Kosten. Diese sind leider häufig nicht vorab einschätzbar und sind auch nicht für jeden gleich.

Sie kennen bestimmt auch Menschen, die unter bestimmten Situationen (Probleme im Job, in der Beziehung, Unzufriedenheit mit Äußerlichkeiten o.ä.) schon Ewigkeiten leiden (Faktor: A), genau wissen, was sie eigentlich unternehmen müssen, um die Situation zu ändern (Faktor: D) und vielleicht sogar auch schon eine Idee der Zukunftsvision haben. Dennoch kommen diese Menschen nicht automatisch in Bewegung, da die „Kosten“ des Abschieds und des Loslassens vom Alten zu hoch erscheinen. In Unternehmen ist das nicht anders und nicht immer ist es nachvollziehbar, warum Widerstände gegen die Veränderung entstehen.

 

Schaffen Sie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung

 

Allerdings können Sie durch die Faktoren A, B und D hier besten Voraussetzungen für die Veränderung schaffen. Entscheidend ist, dass Sie hier wirklich jeden Faktor berücksichtigen. Andernfalls schlagen die Gesetze der Mathematik zu.
Wie ist das zu verstehen? Ganz einfach, wenn ich A, B und D miteinander multipliziere und auch nur ein Faktor bei Null liegt, d.h. nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurde, dann ist das Ergebnis Null.


Beispiel:
ein Unternehmen organisiert einen super Workshop, um die Veränderungsvision vorzustellen und erlebbar zu machen. Die Klarheit der Vision wird auf einer Skala von 0 – 10 (0=überhaupt nicht klar – 10=Vision ist super klar) mit 8 bewertet, d.h. in der Formel ist der Faktor B gleich 8.
Jede Abteilung leitet für sich konkret ab, welche Schritte notwendig sind, um die gewünschte Veränderung zu erreichen. Nehmen wir an, der Faktor D wird dann in der Formel mit 7 bewertet.
Doch die Mitarbeiter fühlen sich in der aktuellen Arbeitssituation sehr wohl – Gehälter sind gut, Arbeitsbelastung gut aushaltbar, die Kollegen sind auch ganz sympathisch und die Auswirkungen von Digitalisierung & Co. erscheinen noch Lichtjahre entfernt. Leider hat dies zur Folge, dass die Mitarbeiter die aktuelle Situation nicht ausreichend als unzufrieden empfinden (Faktor A = 0) und somit keinen Gewinn für sich sehen, die Änderung auch wirklich mitzugestalten.

Mathematisch ausgedruckt: 0 x 8 x 7 = 0

 

Veränderungsmanagement ist komplex

 

Doch wo können Sie ansetzen? Nun, eine Möglichkeit ist, dass Sie die Vision so attraktiv und transparent gestalten, dass nicht nur Ihre Visionäre und Innovatoren im Unternehmen mitmachen, sondern zumindest auch ein weiterer Teil der Belegschaft bereit ist die Comfort-Zone Schritt für Schritt zu verlassen. Das A & O ist hier allerdings, dass der Nutzen der Vision nicht für Ihr Management klar ist, sondern genauso auch für den Mitarbeiter. Häufig sind die Auswirkungen der Nicht-Veränderung auch nicht nachvollziehbar genug oder die angestrebte Veränderung wird nicht als logische Reaktion auf z.B. die Marktsituation erkannt. Formel hin oder her, Veränderung ist komplex und es ist entscheidend, dass Sie sich ausreichend Zeit für Vorbereitung, Durchführung und Etablierung nehmen.

Tags:Beiträge, Erfolg

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