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Interne Kommunikation

Vom Phantom zur präsenten Führungskraft

Vom „Phantom“ zur präsenten Führungskraft – so gehts:

Management by walking around / wandering around – MBWA

Sie befinden sich wahrscheinlich im selben Gebäude wie Ihre Mitarbeiter? Aber wie oft sehen Sie sie tatsächlich? Wie oft nutzen Sie die Gelegenheit, sich zusammenzusetzen und wirklich zu reden? Wöchentlich? Monatlich? Gar nicht?

 

Die Verbindung zu Ihrem Team ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.

Dabei kann MBWA helfen! Worum es hierbei geht? MBWA ist die Abkürzung für Management by Wandering / Walking Around. Das heißt, sprechen Sie Ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz an, lassen Sie sich zeigen und erklären, woran diese gerade arbeiten, was Herausforderungen sind und wo Sie bei Bedarf helfen können. Vielleicht denken Sie sich jetzt gerade „Was soll daran jetzt so besonders sein?“ Leider ist der regelmäßige Austausch mit einzelnen Mitarbeitern im Team in vielen Unternehmen keine Normalität. MBWA ist wesentlich mehr als zielloses Umherlaufen im Büro und „Schwätzchen“ halten. Es eine bewusste und echte Strategie, um mit der Arbeit, den Interessen und Ideen Ihrer Mitarbeiter Schritt zu halten. Es erfordert eine Reihe von Fähigkeiten, darunter aktives Zuhören, Beobachten, Erkennen und Bewerten. MBWA ergänzt die Open-Door-Mentalität um Aspekte der Partizipation, Spontaneität und Informalität.
Bekanntheit erlangte die Praxis durch William Hewlett und David Packard, Gründer von Hewlett Packard (HP), was im Buch „In Search of Excellence“ von Tom Peters beschrieben wurde und dadurch auch populär wurde. Firmen wie Disney und Apple nutzen ähnliche Herangehensweisen.

 

MBWA kann Ihnen viele Vorteile verschaffen

 

Es erleichtert Ihren Mitarbeitern den Zugang zu Ihnen als Manager:

Je nach Teamgröße sprechen Mitarbeiter oft nur ungern mit ihren Vorgesetzten, weil sie sich nicht selten eingeschüchtert fühlen oder denken, dass es ihnen egal ist. Aber wenn Ihre Teammitglieder Sie sowohl als Person als auch als Manager sehen, werden sie Ihnen vertrauen und sind eher bereit, Ideen und Probleme mit Ihnen zu teilen.

Ansteckungsgefahr! Häufige, natürliche und vertrauensvolle Kommunikation:

Durch diese Art der Kommunikation ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter als Team zu arbeiten. Sie entwickeln ein gutes Gespür dafür, was gerade in Ihrem Team passiert und können Probleme erkennen, bevor diese auftreten und können diese gemeinsam besser bewältigen.

Wissen ist Macht:

Sie verbessern Ihr Verständnis für die Funktionen, Mitarbeiter und Prozesse, die „an der Front“ arbeiten und Sie steigern das Unternehmens- und Branchenwissen im Team. Jeder ist besser in der Lage, seine Rollen zu erfüllen, wenn er die richtigen Informationen hat, und sich durch eine entsprechende Vorbildfunktion ermutigt fühlt, sein Wissen und seine Ideen zu teilen.

Verantwortung teilen:

Durch den regelmäßigen Austausch am Arbeitsplatz Ihrer Mitarbeiter und das offene Interesse, werden Ihre Mitarbeiter sich mehr mit der Arbeit und dem Unternehmen identifizieren und werden sich motivierter, inspirierter und verbundener fühlen. Darüber hinaus steigern Sie die Verantwortlichkeit und Produktivität, da alle Aktionen, die Sie mit Ihren Mitarbeitern vereinbaren, wahrscheinlich durchgeführt werden, weil Sie sich regelmäßig sehen.

 

Durchführung MBWA

 

  1. Machen Sie MBWA zu einem Teil Ihrer Routine. Ein Besuch der Arbeitsbereiche der Mitarbeiter für eine informelle Unterhaltung ist am effektivsten, wenn Sie dies nicht zu einem festen Zeitplan tun, da Sie nur dann sehen, was passiert, wenn die Leute nicht auf Sie vorbereitet sind. Planen Sie regelmäßig Zeiten in Ihrem Tagesplan für MBWA ein. Selbst wenn es manchmal nur 30 Minuten sind, ist dies sinnvoll investierte Zeit.

  2. MBWA ist keine Visite im Krankenhaus, bei der Sie noch Ihre 5 Assistenzärzte im Schlepptau haben. Forcieren Sie die Gespräche bevorzugt als Einzelgespräche, um Hemmungen abzubauen und Vertrauen in Sie als Person zu stärken.

  3. Besuchen Sie alle. Wenn Sie Personen bevorzugen oder auch vernachlässigen, dann heizt das den Flurfunk an, da die Mitarbeiter versuchen werden, dieses Verhalten zu interpretieren. Versuchen Sie, ungefähr die gleiche Zeit bei jedem Teammitglied zu verbringen, das Ihnen berichtet.

  4. Fragen Sie nach Vorschlägen und erkennen Sie gute Ideen an. Fragen Sie jeden Mitarbeiter nach seinen Gedanken, wie er Produkte, Prozesse, Vertrieb oder Service verbessern kann. Wenn die Ideen / Vorschläge dann zu positiven Ergebnissen führen, machen Sie transparent, von wem die ursprüngliche Anregung kam. Teilen Sie den Erfolg und ernten Sie keine fremden Lorbeeren.

  5. Wenn Sie die Frage eines Mitarbeiters nicht direkt beantworten können, vergessen Sie nicht, sich später mit einer Antwort an ihn oder sie zu wenden. Dies ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit, sondern baut Vertrauen auf.

  6. Wenn Sie feststellen, dass ein Mitarbeiter Fehler macht oder seinen Job nicht wie erwartet ausführt, dann nutzen Sie nicht MBWA direkt, um dies zu korrigieren. Das erste Ziel von MBWA ist der Beziehungsaufbau. Das falsche Arbeitsverhalten, Prozessverständnis o.ä. muss außerhalb Ihrer MBWA-Runde angegangen werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich Mitarbeiter nicht mehr trauen, offen mit Ihnen zu sprechen aus Angst, Sie könnten Kritik äußern.

 

Herausforderungen und Nachteile von MBWA

 

„Herumwandern“ mag leicht und harmlos erscheinen, aber es ist wichtig es richtig zu machen. Es geht um mehr als die physische Anwesenheit im Büro und an den Arbeitsplätzen. Die Themen und Probleme, die Sie erfahren, müssen Sie natürlich auch ernsthaft angehen. Nur so wird die MBWA-Strategie ein Erfolg. Wenn Sie nicht zu konkreten Taten und Unterstützungen bereit sind, dann können Sie mit MBWA am Ende mehr Schaden als Gutes tun. Machen Sie zum Beispiel kein MBWA, nur weil Sie sich dazu verpflichtet fühlen – das wird wahrscheinlich nicht gut funktionieren. Sie müssen wirklich Ihre Mitarbeiter und Abläufe kennenlernen wollen, und Sie müssen sich dazu verpflichten, die Anliegen der Menschen weiterzuverfolgen und eine kontinuierliche Verbesserung anzustreben. Management by Wandering / Walking around funktioniert nur, wenn Sie es ehrlich meinen und Wort halten.

 

Quelle: T. Peters & R. H. Waterman (2015) In Search of Excellence. London: Profile Books Ltd.

 

 

Tags:Erfolg, Führung

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