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Beitragsbild zum Blogbeitrag Blended Learning
Neues Lernen

Blended-Learning – Nichts Neues, funktioniert aber!

5 Fragen, die Ihre digitale Lernstrategie beantworten sollte

Blended Learning ist nach einigen Jahren Verdrängung durch mobile Learning, Game Based Learning und VR-Learning mal wieder in aller Munde. Wie kommt das eigentlich und warum ist Blended Learning einfach nicht kleinzukriegen?

Blended Learning ist nichts Neues. Jeder Lehrende, der auch selber für die Erstellung seiner Lehrwerke verantwortlich ist, wird sich mehrerer Methoden bedienen um das benötigte Wissen in die Köpfe seiner Teilnehmer zu bringen.

Rückblick: Im Zusammenhang mit dem Rollout der ersten E-Learning Maßnahmen stellte man jedoch fest, dass die Zielgruppen das viel beschworene neue, selbstbestimmte Lernen einfach nicht akzeptieren wollten. Eine Lösung musste her und so bediente man sich etablierter Methoden und erfand den Begriff Blended-Learning. Im einfachsten Fall wechseln sich hier Präsenztrainings mit Selbstlernphasen ab, welche zur Vor- oder Nachqualifizierung der Lernenden genutzt werden. So gelang es, die oft einfach gestalteten E-Learning-Inhalte einigermaßen schmackhaft an den Mann zu bringen.

Heute verfügen wir über sehr viele technisch unterschiedliche Formen der Wissensvermittlung. Ausnahmslos alle Methoden, auch mobile Learning, Game Based Learning und VR-Learning, eignen sich zur Verwendung in Blended-Learning-Szenarien. Damit ist die Vielfalt an möglichen Blended-Learning Fortbildungen plötzlich sehr groß. Einige der Basics geraten bei der Planung, vermutlich aufgrund dieser Vielfalt, leider immer wieder in Vergessenheit.

Für die Einführung eines Blended-Learning-Szenarios können Sie jedoch einige Fragen stellen, die Ihnen helfen das richtige Maß an informierendem und qualifizierenden Inhalten so bereitzustellen, dass sie auch von Ihren Mitarbeitern akzeptiert werden.

 

1. Was sind die Ziele und wer ist die Zielgruppe?

Wenn wir nach den Zielgruppen für ein Training fragen, bekommen wir sehr häufig „heterogen“ als Antwort. Das ist natürlich nicht ausreichend. Fragen Sie sich oder die Zielgruppe nach bereits vorhandenen Qualifikationen zum Thema. Insbesondere Selbstlerninhalte werden deutlich besser aufgenommen und verarbeitet, wenn Sie Wissenslücken füllen und auf vorhandenes Wissen aufbauen.

 

Ein Beispiel:

Wir haben einmal erlebt, dass zur Auffrischung des Wissens um Hygiene im Krankenhaus, regelmäßig ein dreistündiges Selbstlernprogramm mit abschließendem Test von qualifizierten Pflegekräften durchgeführt werden musste. Ein Unding – fanden die sehr gut ausgebildeten Fachkräfte.

Das Problem war sehr einfach zu lösen und der monetäre Aufwand für den Umbau des Kurses war so gering, dass die Gelder nicht einmal beantragt werden mussten:

    • Ein kleines Blended-Learning Szenario wurde aufgebaut
    • Das umfassende Lernprogramm wird nur noch für die Erstqualifizierung eingesetzt
    • Eine Fachkraft besucht von nun an die Pflegekraft und sichert mit kleinen Tipps und Hinweisen den Wissenstransfer am Arbeitsplatz
    • Zur regelmäßigen Auffrischung des Wissens wird nur noch der Abschlusstest bereitgestellt
    • Fragen, die beim Test falsch beantwortet wurden, führen gezielt zu dem Teil des Kurses, der die Inhalte enthält und ermöglicht so die Auffrischung des Wissens

Ergebnis: Durchschnittliche Durchführungsdauer 15 Minuten

 

Definieren Sie die Lernziele genau so, wie Sie es aus Seminaren kennen. Mit dem Wissen, was eine definierte Zielgruppe kennen, lesen oder anwenden können muss, ist die Konzeptionsarbeit deutlich einfacher zu realisieren. Sie vermeiden zudem die Bereitstellung von „überflüssigem Wissen“ und finden deutlich mehr Akzeptanz für Ihre Maßnahme.

 

2. Wie lassen sich Ihre Mitarbeiter involvieren?

Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit auf die Reise. Wir haben in nahezu allen Projekten, bei denen Mitarbeiter am Lernkonzept mitwirken durften, weniger Widerstände bei der Realisierung feststellen können. Es gibt zudem viele Rollen, die ein Mitarbeiter freiwillig einnehmen kann und die wenig reguläre Arbeitszeit auffressen.

Dies kann zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • Tutorielle Begleitung der Lernenden durch Subject Matter Experts, die qualifiziertes Feedback zu eingesetzten Kursen geben können
  • Einsatz von Multiplikatoren, die den anderen Mitarbeitern erklären, wie das ganze System funktioniert
  • Bei guter Eignung können sich Mitarbeiter auch als Ersteller von kleinen Selbstlerneinheiten einbringen. Dann wird Content zum User-Generated-Content – und das E-Learning vom Kollegen wird längst nicht so kritisch beäugt wie ein vom Markt gekauftes

Seien Sie kreativ und lassen Mitarbeiter auch mal selber vorschlagen wie sie unterstützen könnten. Hier werden Sie manch positive Überraschung erleben.

 

3. Ist der spezifische Content wirklich passgenau?

Verwenden Sie nach Möglichkeit Schulungsinhalte, die für Ihr Unternehmen hergestellt worden sind oder lassen sich zumindest das zugekaufte Modul branden. Frei am Markt erworbene Lerninhalte sind oft nicht ganz passgenau. Üblicherweise passen 70% ganz gut – der Rest ist für die Tonne. Das Problem daran ist, dass interne „Gegner“ von Blended-Learning Maßnahmen diese 30% sehr schnell finden und oft emotional gegen Ihr Projekt kommunizieren.
Gönnen Sie Ihren Mitarbeitern und sich selbst hohe Corporate Identity und spezifische Lerninhalte, die Ihren Lernzielen und Zielgruppen entsprechen. Nur so haben Sie eine Chance auf dauerhaft gute Akzeptanz bei weiteren Blended-Learning-Maßnahmen.
Oft wird argumentiert, dass spezifische Contents zu teuer sind. Das stimmt jedoch oft gar nicht. Rechnen Sie einfach mal aus, wie groß die Zielgruppe ist und lassen sich ein Vergleichsangebot einer guten E-Learning Agentur machen. Sie werden feststellen, dass insbesondere bei Inhalten, die eine längere Laufzeit als ein Jahr haben, ein ROI bereits im zweiten Jahr verzeichnet werden kann.

 

4. Haben Sie die Mitarbeitervertretung mit einbezogen?

Oft wird in Fortbildungsprojekten vergessen die Mitarbeitervertretung frühzeitig mit an Bord zu holen. Diese haben ein Mitbestimmungsrecht bei solchen Maßnahmen und können Projekte, die schon sehr weit fortgeschritten sind, einfach stoppen. Werben Sie für Ihr Projekt und bitten bereits bei der strategischen Planung um qualifizierte Unterstützung. Das Misstrauen gegenüber einem Blended-Learning-Szenario wird sich in Grenzen halten, wenn die Mitarbeitervertretung versteht, warum bestimmte technische Vorgänge auf eine bestimmte Art und Weise benötigt werden. Außerdem können Sie direkt beginnen, eine passende Betriebsvereinbarung für die Einführung und den späteren Regelbetrieb vorzubereiten.

 

5. Wie lässt sich Management Attention erzeugen?

Die Beteiligung Ihrer Führungsriege an Blended-Learning-Projekten kann ein wahnsinniger Push für Ihr Projekt sein. Wenn Sie die Möglichkeit haben, holen Sie sie also ebenfalls an Bord. Der Aufwand muss nicht groß sein – vielleicht drehen Sie ein kleines Video, in dem der Chef die Vorteile eines Blended-Learning-Konzeptes erläutert und den Mitarbeitern erklärt, dass Ihre Daten wirklich nicht missbraucht werden, sondern ausschließlich für die Fortbildung genutzt werden. Diese Aufmerksamkeit von „oben“ wird Widerständler nur sehr leise murren lassen und stellt auch Ihre Mühen in ein für alle Mitarbeiter sichtbar gutes Licht.

 

Tags:Erfolg

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